„Einmalige Stimmung“ beim Ladenburger Römerman

Der Sieger des Römerman, Patrick Lange, war begeistert. Was geboten werde, sei eine Klasse für sich, lobte er die Veranstaltung. Nicht nur im Stadion sei eine einmalige Stimmung. Auch an der Rad- und Laufstrecke stehen Menschen, die das Triathlonfestival zu einem Familienfest machen.

An zahlreichen Stellen erhielten die 1650 Sportler Abkühlungen aus Gartenschläuchen, die kurzum an die Strecke verlegt wurden. Die wichtigste Botschaft war für Organisationschef, Günter Bläß, die Nachricht vom Veranstaltungsarzt Wolfgang Meer, dass es keine größeren Verletzungen gab. Bis auf einige Schwächeanfälle und eine ausgekugelte Schulter beim Schwimmwettbewerb habe es keine Besorgnis erregenden Vorfälle gegeben.

Nicht nur die Topathleten mit Weltklasseniveau verdienen Aufmerksamkeit. Gerade die Geschichten am Rande des Triathlons machen die größte Ladenburger Sportveranstaltung zu etwas Besonderem. Mit 69 Jahren ist Reinhard Seehars einer der ältesten Teilnehmer. Seine Zeit für 500 Meter Schwimmstrecke, 23 Kilometer Radstrecke und den abschließen Fünf-Kilometer-Lauf: 1:36 Stunden, was für Seehars den Sieg in seiner Altersklasse bedeutete. Der sportliche Senior hält sich durch Waldläufe und Tennis fit und entscheidet immer kurzfristig, ob er die Anstrengung eines Triathlons nochmals auf sich nehmen wird. „Zu meiner Frau sage ich nach der Veranstaltung immer, das ist mein letzter Triathlon. Aber dann juckt es doch immer wieder“, sagte Seehars. Die Enkelin Anne findet den Opa prima, nur ein Siegerküsschen wollte die Kleine ihm nicht geben.

„Ein paar Minuten“ schneller waren die Stadtmeister. In der Klasse Fitness gewann das Geschwisterpaar Körner den Titel. Bei den Frauen lief Lisa (20) in 1:27 Stunden durchs Ziel und Sebastian (23) bewältigte die Strecke in 1:12 Stunden. Die Freude bei den beiden war groß, als sie aus den Händen von Bürgermeister Rainer Ziegler und der LSV-Chefin Petra Klodt die Meisterschaftsurkunden entgegen nahmen. Bei den Körners stand der Samstag ganz im Zeichen des Triathlons. Der Papa beteiligte sich am Römerman, und die Mutter und der jüngste Bruder Sebastian waren als Helfer in Aktion.

Stadtmeister im Römerman wurden Karin Brecht-Tillinger (3:03 Stunden) und Uwe Schüßler (2:31 Stunden), die nun die neuen Triathlonkönige sind.

Auch zahlreiche Firmen sind bei der größten „Betriebssportveranstaltung“ dabei. Der Chef der Firma Auto-Vogel, Alfred Mader, zeigte seinen Mitarbeitern, dass er auch sportlich mithalten kann. Schon viele Jahren ist das Erda-Team dabei. Firmenchef Erhard Schollenberger wird im nächsten Jahr mitmachen, weil dieses Mal eine Verletzung einen Start verbot. „Jetzt warten wir nur noch auf den Sonderurlaub“, frotzelte Wolfgang Höflein, dass der Chef diesen in den letzten Jahren vergessen hat. Erstmals dabei war das Heid-Team; auch Firmenchef Jürgen Breusch stellte sich der Herausforderung. Für die fünf Heizungsbauer und Installateure sowie Freunde wurde mit Beate Salinger ein „Personal Trainer“ engagiert, die das Heid-Team auf die Minute topfit machte.

Das Triathlonfestival vertiefte auch die Städtepartnerschaft mit der Marktgemeinde Paternion. Meinhard Michael (43), Vizebürgermeister Wolfgang Maurer (46) und Markus Gailberger (43) gingen erstmals als Einzelstarter beim Römerman an den Start. Statt im Weißensee schwammen das Trio nun im Neckar, und auch die Berge des Odenwaldes waren für die drei Kärntner keine allzu große Herausforderung. „Die Hitze war allerdings brutal“, war das Trio noch geschlaucht, als es die Glückwünsche von Ziegler entgegennahm.

Ein Phänomen ist auch Erich Walcher (67). Vor zwei Jahren wurde der seit 40 Jahren in Ladenburg lebende Österreicher am Herzen operiert. Trotzdem ist er immer noch beim Römerman dabei. Rund vier Stunden brauchte der hilfsbereite Senior für die Strecke. Für viele war er der eigentliche „Eisenmann“.

 

Quelle: Rhein-Neckar Zeitung