Ladenburg: Timo Bracht beweist Tempohärte

Während sich die Ironmanprofis durch den Frankfurter Regen quälten, machte Timo Bracht am Wochenende einen weiteren Abstecher auf die Kurzstrecke. Einen Tag nach seinem 36. Geburtstag unterbot der Eberbacher beim Sieg in Ladenburg die erst zwei Jahre alte Streckenbestzeit von Sebastian Kienle.

Sie will einfach nicht fallen. Auch im 17. Jahr des Ladenburger Triathlonfestivals blieb die Zwei-Stunden-Marke unerreicht. Timo Bracht schraubte die Bestmarke von Sebastian Kienle zwar um sieben Sekunden nach unten – das reichte aber nicht, um endlich die Schallmauer zu durchbrechen. Vier Sekunden fehlten dem Sieger des Ironman Lanzarote am Tag nach seinem 36. Geburtstag.

Bracht zeigt Kurzdistanz-Qualitäten

Schon auf den 1,8 Schwimmkilometern – unterstützt von der Strömung des Neckars – hatte Bracht ganz vorn mitgemischt. Allein Sebastian Veith (Wasserfreunde Zweibrücken) erwischte einen besseren Auftakt. Gemeinsam mit fünf Konkurrenten ging der zweimalige Ironman-Europameister etwa 30 Sekunden hinter dem Führenden auf die 41 Radkilometer. Dort warf er dann nicht nur seine Erfahrung, sondern auch seine neu entdeckte und verstärkt trainierte Schnelligkeit in die Waagschale. Folglich stand nach etwas mehr als 70 Minuten die mit Abstand schnellste Radzeit zu Buche und der Sieg so gut wie fest. Die letzten Zweifel beseitigte Bracht dann beim Laufen: In eindrucksvollen 33:05 Minuten bestätigte er seine brillante Form und baute den Vorsprung auf die chancenlose Konkurrenz noch aus. Mehr als viereinhalb Minuten lag der Eberbacher auf der Schlussrunde im Römerstadion vor der 22-jährigen Andreas Dreitz (ASC Kronach), der erst vor wenigen Wochen den Rothsee-Triathlon gewonnen hatte. Rang drei ging an den früheren DTU-Kaderathleten Helge Mütschard.

Schulz spielt die Karte "Duathlon"

Etwas knapper ging es im Rennen der Frauen zu. Nur etwas mehr als zwei Minuten trennten Siegerin Jenny Schulz im Ziel von der Drittplatzierten Jutta Schäfer. Die Heidelbergerin hatte sich im Wasser zwar ein komfortables Vier-Minuten-Polster erarbeitet – dieses aber schon auf der Radstrecke komplett verspielt. Nach einer starken Radeinlage sicherte sich Schulz auch auf der Laufstrecke die Tagesbestzeit und verteidigte nach 2:18:27 Stunden ihren Römerman-Titel aus dem Vorjahr. Wirklich mithalten konnte auf den zehn Schlusskilometern nur die Koblenzerin Katja Rabe, die sich dadurch noch an Schäfer vorbei, auf den zweiten Platz schob.

Jan Sägert

 

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.tri-mag.de